Bitte bringen Sie zum vereinbarten Impftermin wenn möglich Ihren Internationalen Impfausweis und den ausgefüllten Fragebogen (vom Ende dieser Seite), und bitte 58 Euro für die Impfung (einschließlich derzeit 30,90 Euro für den Impfstoff) mit. Die Impfung ist eine Privatleistung und muss selber bezahlt werden.
Seit 2007 übernehmen einige gesetzliche Krankenkassen die Kosten für Reiseimpfungen und anteilsweise auch die Kosten für die Impfberatung. Fragen Sie Ihre Krankenkasse!
Herzlichen Dank!
Was ist Gelbfieber? Gelbfieber ist eine akut lebensbedrohende Infektionskrankheit, welche bei ungünstigem Verlauf tödlich endet, in 20-60% der Fälle in Folge eines Multiorganversagens. Die Übertragung erfolgt durch die Aedes-Mücke, die auch das Denguefieber überträgt. Der Erreger ist das Gelbfiebervirus. Der einzige Schutz ist eine Impfung. Im Jahr 1996 wurden zwei Gelbfiebertodesfälle bei nicht geimpften Touristen verzeichnet. 1999 wurde ein tödlicher Gelbfieberfall in Deutschland registriert. Auch in den Jahren 2000 und 2001 sind (tödlich verlaufene) Infektionsfälle im touristischen Reiseverkehr vorgekommen. Das Gelbfieber kommt in bestimmten tropischen Regionen in Südamerika und Afrika vor, die von der Weltgesundheits-Organisation (WHO) zu Gelbfieberverbreitungszonen deklariert wurden. Zu Ihrem persönlichen Schutz ist es notwendig, sich spätestens 10 Tage vor Einreise in diese Gebiete gegen Gelbfieber impfen zu lassen. Daneben verlangen viele Länder die Vorlage eines international gültigen Impfpasses bzw. eine Gelbfieberimpfung, wenn Sie aus einem der Länder mit Gelbfieberinfektionsgebieten einreisen wollen.
Der Gelbfieberimpfstoff und die Impfung: Der Gelbfieberimpfstoff wird seit 1937 produziert und verimpft (ca.500 Millionen Impfungen weltweit). Die im Allgemeinen gut wirksame und gut verträgliche Gelbfieberimpfung erfolgt mit einem Lebendvirus-Impfstoff. Die darin enthaltenen Gelbfieber-Viren (sog. 17D-lmpfstamm) werden auf bebrütetem Hühnerei gezüchtet. Der Impfstoff ist hoch gereinigt, kann aber Spuren von Hühner-Eiweiß enthalten. Der Gelbfieber-Impfstoff enthält keine Antibiotika oder Konservierungsstoffe. Er wird injiziert, meistens in den Oberarmmuskel. Während der ersten 2-7 Tage nach der Impfung kommt es zu einer Vermehrung der Impfviren, die eine ausgezeichnete Immunantwort auslösen, jedoch keine krankmachenden Eigenschaften haben. Am 10. Tag nach der Impfung ist die Schutzrate 90%, nach 1 Monat fast 100%. Die Schutzdauer hält sicher für 10 Jahre an, wahrscheinlich noch länger.
Mögliche Nebenwirkungen nach der Impfung: Bei 20-25% der Geimpften kommt es innerhalb von 1-3 Tagen nach der Impfung, selten länger anhaltend, zu einer Lokalreaktion an der Impfstelle mit einer geringen Rötung, Schwellung oder zu leichten Schmerzen, teilweise mit Beteiligung der zugehörigen Lymphknoten und zu Kopfschmerzen. Bei bis zu 10% der Geimpften kommt es innerhalb von 4-7 Tagen nach der Impfung zu grippeähnlichen Symptomen wie leichtem Fieber, Abgeschlagenheit, Gelenk- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, gelegentlich auch Bauchschmerzen. In der Regel klingen diese Impfreaktionen rasch und folgenlos wieder ab und machen keine ärztliche Behandlung erforderlich.
Sehr seltene Nebenwirkungen: Bei Allergien speziell gegen Hühnereiweiß oder andere Bestandteile des Impfstoffes können Minuten bis Stunden nach der Impfung allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen wie Nesselsucht, Schleimhautschwellungen im Rachen mit Luftnot und evtl. Schockzustände auftreten, als sogenannte Früh- oder Sofortreaktion. Allergische Spätreaktionen mit unterschiedlichen Hauterscheinungen oder Schmerzen in Muskeln und Gelenken sowie noch seltener Verminderung der Blutplättchen (Thrombozyten) mit Blutungsneigung können bei Impflingen mit besonderer Allergieneigung bis zu zwei Wochen nach der Impfung auftreten. Extrem selten kam es nach der Erstimpfung zu einer Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute oder einer schweren gelbfieberartigen Erkrankung anderer Organe. Insgesamt sind weltweit ca. 30 Fälle mit schweren Nebenwirkungen und 17 Todesfälle bei ca. über 500 Millionen Geimpften aufgetreten. In Deutschland sind bisher keine Todesfälle berichtet worden.
Achtung bei Gelbfiebererstimpfung bei über 60-jährigen:
Personen ab 60 Jahren scheinen ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von einigen schweren, jedoch sehr seltenen Nebenwirkungen (Enzephalitis, neurologische Nebenwirkungen) nach Verabreichen des Gelbfieberimpfstoffes zu haben, deshalb sollten Personen über 60 Jahre nur geimpft werden, wenn ein erhebliches und unvermeidbares Risiko einer Infektion mit dem Virus vorliegt.
Da bei einigen Impflingen mit schweren Nebenwirkungen organische oder funktionelle Thymuserkrankungen vorlagen, sollte dies als zusätzliches Risiko für schwere Nebenwirkungen berücksichtigt werden.
Eine Gelbfieberimpfung sollte nicht durchgeführt werden bei akuten oder chronischen Infektionen oder Erkrankungen des Nervensystems (Multiple Sklerose, schweren Lebererkrankungen, hochgradigen Nierenerkrankungen (Dialyse), Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Hühnereiweiß oder Impfstoffbestandteilen, Erkrankung des körpereigenen Abwehrsystems (symptomatische HIV-Infektionen mit einer Zahl von unter 200 Helferzellen/mm3), immunsuppressiver Behandlung (z. B. systemischer Kortison-Behandlung (Tabletten oder Spritzen) oder andere Immunsuppressiva), Strahlen- und Chemotherapie, bestehender Schwangerschaft, gegenwärtiger Behandlung von Allergien durch Desensibilisierung, Zustand nach Thymusdrüsenentfernung oder Fehlfunktion und nicht bei Säuglingen unter 9 Monaten. Bei Personen, deren Brustkorb als Kind, z.B. wegen einer Herzfehleroperation eröffnet wurde, muss damit gerechnet werden, dass die Thymusdrüse entfernt worden ist. Weitere Lebendimpfungen wie Mumps, Masern, Röteln und Windpocken können nur gleichzeitig oder im zeitlichen Abstand von 4 Wochen vor bzw. nach der Gelbfieberimpfung gegeben werden. Andere Impfungen und auch die Gabe eines Immunglobulinpräparates oder eine Bluttransfusion (Antikörperpräparat z.B. zur Hepatitis-Vorbeugung) müssen dem Impfarzt mitgeteilt werden. Der Abstand zur Immunglobulingabe oder Bluttransfusion muss 90-120 Tage betragen. Die Impfviren werden nicht auf Kontaktpersonen übertragen. Falls einer der hier genannten Umstände auf Sie zutrifft oder Sie sich unsicher sind, ob Sie eine Gelbfieberimpfung erhalten dürfen, teilen Sie mir Ihre Zweifel bitte mit.
Verhalten nach der Impfung:
Direkt nach der Impfung in unserer Praxis sollten Sie noch ca. 10 Minuten im Wartezimmer verbringen um eventuelle Sofort-Reaktionen noch in der Praxis behandeln lassen zu können.
Für die Dauer von 1 Woche nach der Impfung sollten Sie sich
1. keinen starken körperlichen Anstrengungen aussetzen (Leistungssport, Operationen, Sauna)
2. Intensive Sonnenbäder vermeiden (auch Solarium)
3. übermäßigen Alkoholgenuss vermeiden.
4. Für 4 Wochen nach der Impfung dürfen Sie kein Blut spenden.
5. Für die Dauer von 3 Monaten, mindestens jedoch für 4 Wochen nach der Impfung ist eine Schwangerschaft zu vermeiden. Eine Impfung in der Schwangerschaft oder eine Schwangerschaft nach der Impfung ist aber kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Während der Stillzeit sollte nicht geimpft werden. Sollten im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung Symptome auftreten, die Sie auf die Impfung zurückführen, konsultieren Sie einen Arzt.
Fragebogen zur Gelbfieberimpfung
Zur Abschätzung des Impfrisikos durch die Gelbfieberimpfung und zur Erkennung von Gegenanzeigen, beantworten Sie bitte folgende Fragen (Zutreffendes bitte ankreuzen):
Ja
Nein
1. Ist bei Ihnen eine Hühnereiweiß-Unverträglichkeit bekannt?
☐
☐
2. Wurde bei Ihnen die Thymusdrüse entfernt/ ist sie erkrankt?
☐
☐
3. Hatten Sie als Kind eine Herzoperation?
☐
☐
4. Haben Sie ein geschwächtes Immunsystem durch eine Krankheit (HIV/Aids), oder stehen Sie unter Chemotherapie, Kortison-Therapie, Strahlentherapie, Desensibilisierung?
☐
☐
5. Ist oder war bei Ihnen eine Allergie oder ein Asthma bekannt?
☐
☐
6. Leiden Sie an akuten oder chronischen Infektionen?
☐
☐
7. Leiden Sie an einer chronischen Herz-, Leber-, Nieren- oder Lungenerkrankung?
☐
☐
8. Leiden Sie an einer Leukämie oder Erkrankungen der Lymphdrüsen?
☐
☐
9. Leiden Sie an Erkrankungen des Nervensystems (multiple Sklerose)?
☐
☐
10. Wurden Sie in den letzten 4 Wochen geimpft? Wenn ja, wogegen?
☐
☐
11. Haben Sie Immunglobuline erhalten, wenn ja, wann?
☐
☐
12. Sind Sie zuckerkrank?
☐
☐
13. Nur für Frauen: Sind Sie schwanger?
☐
☐
14. Haben Sie früher schon einmal eine Gelbfieberimpfung erhalten?
☐
☐
15. >60 jährige: Ist die Reise aus privaten/dienstl. Gründen unvermeidbar?
☐
☐
16. Nehmen Sie Medikamente ein, wenn ja, welche und in welcher Dosis?
☐
☐
17. In welches Gelbfieberland, welche Länder/Regionen wollen Sie reisen?
Land:
und wann? (von bis)
Ich habe das Merkblatt und den Fragebogen gelesen, verstanden und beantwortet. Ich wurde über die Notwendigkeit der Impfung, ihre möglichen Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen informiert. Ich hatte die Möglichkeit, meine die Impfung betreffenden Fragen mit dem Impfarzt Dr. Dehne zu besprechen.
Ich bin darüber informiert, dass ich die Gelbfieberimpfung als Privatleistung erhalte und selber bezahlen muss (58,00 Euro - einschließlich derzeit 30,90 Euro für den Gelbfieberimpfstoff).